dunkel und dom. rot und die Schnabelwarzen

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dunkel und dom. rot und die Schnabelwarzen 2017-11-29T09:24:42+00:00

Fachbericht von Joachim Pforte

Die Farbenschläge dunkel und dom. rot und die Bewertung der Schnabelwarzen

Mir ist die Aufgabe zuteilt worden, über den dunklen sowie dom. roten Farbenschlag der Dt. Schautauben zu sprechen. Es gibt viele Faktoren die sich ständig wiederholen, denn wir können und wollen die Dt. Schautaube nicht neu erfinden. Das ist auch absolut nicht nötig, denn wir haben in den letzten Jahrzehnten eine wundervolle Formentaube herausgezüchtet, auf die wir alle stolz sein können. Nun gilt es das Geschaffene zu erhalten und sich einschleichende Mängel und Fehler abzustellen bzw. zu verändern.

Wenn wir vom dunklen Farbenschlag sprechen, müssen wir im gleichen Atemzug auch vom dom. Roten sprechen. Beide ergänzen sich in der Farbe. Die Hauptrassemerkmale sind bei allen Farbenschlägen gleich. Bei der Verpaarung sollte man unbedingt darauf achten, dass die Ausgangstiere nach Möglichkeit eine intensive Farbe besitzen. Die Dunklen sollten sich kaum von den Schwarzen unterscheiden, bis auf die Schwanzbinde, die vorhanden sein muss. Die dom. Roten sollten nach Möglichkeit ein gleichmäßiges Ziegelrot vorweisen, bis auf Schwanz und Schwingen, die fahl sein sollten. Bei der Verpaarung 1,0 dunkel x 0,1 dom. rot, kommen in der Nachzucht nur 1,0 dom. rot und 0,1 dunkel vor. Bei der Verpaarung 1,0 dom.rot x 0,1 dunkel ist in der Nachzucht alles möglich, wobei die 1,0 dunkel und die 0,1 dom. rot seltener vorkommen. Man kann auch Gleichfarbene zusammen verpaaren. Bei den Dunklen habe ich die Erfahrung gemacht , dass in der F1 die Nachzucht noch in Ordnung war. Das Einzige waren dunkle Augenränder. Aus dieser Nachzucht stellte sich dann heraus, dass die dunklen Tauben alle eine aufgehellte Bauch -und Schenkelfarbe hatten. Also brachte mir diese Verpaarung nicht den erhofften Erfolg. Bei der dom. rot x dom. rot Verpaarung, die farblich sehr intensiv war, traten aber andere Mängel auf. Bei den 1,0 stellte ich bei einigen Tieren die Stockmauser im Halsgefieder fest. Auch war ein raues Halsgefieder vorhanden, was auch die 0,1 betraf. Also bleibe ich bei der altbewährten Verpaarungsmethode. Der dom. rote Farbenschlag hat, warum auch immer, in den letzten Jahren auf Großschauen an Substanz verloren. Belegte dieser Farbenschlag 2008 noch den 2.Rang bei der Meldezahl, so war es 2015 nur noch der 6. Rang, hinter den blau m.s. Binden, den gescheckten, den weißen, den dunklen, sowie den rotfahlen m. Binden. Und auch nur knapp vor den in den letzten Jahren stark aufkommenden dom. Gelben. Warum es zu so einem Einbruch kam, kann ich nicht beantworten. Bei den dunklen ist der 4. Rang konstant geblieben, wobei die Stückzahlen aber auch rückläufig sind. 2008 waren es noch 234 und 1015 noch 175 und bei den dom. roten 244 zu 158!!!.

Nun möchte ich zu einem anderen Thema kommen. Worüber in den vergangenen Jahren oft gesprochen und auch darüber diskutiert wurde, die Nasenwarzen der DT. Schautaube. Ich zitiere aus unserer Musterbeschreibung 2008 von Wolfgang Reinhardt. Die Nasenwarze bei den DT. Schautauben soll zart, fest, glatt aufliegend, lang gezogen und Blütenweiß durchgepudert sein.
Versehen mit einem herzförmigen Ausschnitt. Der Warzenrücken soll geschlossen sein und die Warze sollte bis in den Schnabelwinkel reichen. So weit so gut. Nun haben sich aber in den letzten Jahren vermehrt Warzendellen und zum Teil auch Rillen eingestellt. Diese unangenehmen Merkmale entzweien aber nun die Preisrichtergemeinschaft. Wie wird bei der Bewertung verfahren? Einige belassen es im Wunschbereich, andere Strafen es und sind dann die Bösen. Was ist richtig? Es gehört eine Menge Fingerspitzengefühl dazu. Persönlich habe ich es bisher so gehändelt: Dellen auf beiden Seiten – auf keinen Fall im sg-Bereich. Eine Seite tiefe Delle – kein sg. Eine leichte Delle – noch sg aber keine hohe Note. Was ist richtig? Bei den Rillen ist es meiner Meinung nach ein Verschulden des Züchters, der es bei rechtzeitiger Pflege in den Griff bekommen kann. Leichte Rillen – noch im sg-Bereich aber keine hohen Noten. Ist das ok? Darüber zu diskutieren wäre bestimmt für alle Preisrichter eine hilfreiche Sache, um bei diesem Thema etwas Einigkeit zu erreichen. Bei dem zur Verfügung gestellten Tiermaterial, soll am lebenden Tier die
Warzenproblematik erläutert werden und versucht werden, eine einigermaßen einheitliche Beurteilung zu treffen, was schwierig genug werden wird.

Zum Schluss noch eine Bemerkung in eigener Sache. Alles was ich hier geschrieben habe, sind meine Erfahrungen und ist meine Meinung. Jeder Züchter und Preisrichter hat seine eigene Erfahrung gemacht. Es soll aber alles zum Wohle unserer schönen Schautaube getan werden. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass die Beziehung unter den Züchtern, unter den Preisrichtern, und auch unter beiden Parteien kollegialer, freundschaftlicher und auch ehrlicher wird. Dass sich jeder Züchter auch an den Erfolgen und den höheren Noten seines „Konkurrenten“ mit erfreuen kann. Wir sind alle Züchter auf Zeit und diese Zeit sollten wir nutzen, um auf den Sonder -und Hauptschauen in freundschaftlicher Atmosphäre ein paar schöne Stunden und Tage zu verbringen. Ich hoffe, dass dieser Wunsch sich erfüllen wird. Es wird nicht einfach und kostet auch nichts, nur etwas Einsicht und kameradschaftliches Verhalten. Ach, noch eine Sache. Ich weiß nicht ob es alle wissen, dass unser Vorsitzender und auch der Zuchtwart, noch voll im Berufsleben stehen. Sich trotz allem noch die Zeit nehmen und sich als Funktionäre vor unseren SV stellen. Hochachtung, der Dank ist ihnen gewiss!

Ich wünsche allen Zuchtfreunden viel Gesundheit und Zuchterfolge.

Auf ein Wiedersehen in Leipzig.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

Joachim Pforte
Zuchtausschussmitglied